Unsere Verpackungen...

Tüten

Seit August 2018 haben wir unsere Umverpackung auf kostenpflichtige bioabbaubare Tüten umgestellt. Gern können Sie Ihre eigenen Tüten zur Umverpackung für unsere Becher selbst mitbringen und unsere Becher darin selbst verpacken (wir dürfen IHRE Tüten leider nicht berühren!).

 

Unsere Tüten sind von „Sustainable Packaging“ und bestehen aus nachwachsenden Rohstoffen wie Maisstärke und pflanzlichen Ölen. Die Lebensmitteltauglichkeit wird regelmäßig kontrolliert, ebenfalls die Kompostierbarkeit mit Zertifizierungen, die auf der Tüte abgedruckt sind.

 

Wann gilt ein Kunststoff als kompostierbar?

 

https://www.carmen-ev.de/stoffliche-nutzung/biokunststoffe/biologische-abbaubarkeit/453-kompostierbarkeit

 

 

Dass die Stadt Göttingen diese Tüten nicht in ihrem Kompostwerk haben will und dagegen eine Kampagne fährt, halten wir für wenig zukunftsorientiert. Bezogen auf die Einwohnerzahl sind bei 58 % der Entsorger bundesweit solche Kunststoffe entweder explizit erlaubt oder sie bewerten sie neutral. Wir glauben, dass bioabbaubare Kunstoffe sicher nicht jedes Problem lösen, aber deutlich besser als fossile nicht-abbaubare Kunstoffe sind, und würden uns daher freuen, wenn auch unsere Stadt damit zukunftsweisend umgehen würde. Eine wissenschaftlich-technische Untersuchung, wie unser Nachbarkreis Kassel die Biotüten verarbeitet, finden Sie hier.

Verwendung von bioabbaubaren Tüten im La
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Becher

Das leidige Thema mit den Plastikverpackungen oder

Warum darf Tegut mitgebrachte Behälter befüllen … und wir nicht?

 

Nichts wäre uns lieber, als unsere Brotaufstriche und Oliven in die Behälter zu füllen, die unsere Kundinnen und Kunden mit zum Wochenmarkt bringen. Wir würden sehr gern den Verpackungsmüll, der mit dem einmaligen Gebrauch unserer Plastikbecher einhergeht, reduzieren. Allerdings sind wir zur Einhaltung der lebensmittel- und hygienerechtlichen Vorschriften verpflichtet und übernehmen die Verantwortung für „Ihr Gefäß“, sobald es hinter unseren Tresen gelangt. Diese Verantwortung misst sich an dem – sicher seltenen – Fall, dass ein Mitbring-Behältnis kontaminiert ist, z.B. mit Salmonellen. Diese Kontamination würde sich dann auf unsere Ware und die Einkäufe anderer Kunden verbreiten, weil wir kein berührungsloses Befüllen sicherstellen können, sondern die Behälter in die Hand nehmen und die Spatel mit unseren Cremes daran abstreifen müssen. Immer wieder kommen Kunden und erzählen uns „Bei tegut geht das aber! Die werben sogar damit!“.

 

Daher hier die Schilderung unseres Testkaufes zum Thema „berührungsloses Befüllen“ bei tegut An der Lutter am 5.5.18:

 

An der Fischtheke wollen wir ein Stück Fisch und zeigen dem Verkäufer unseren mitgebrachten Behälter. Er läuft daraufhin nach hinten und kommt mit einem Tablett wieder, worauf wir unseren Behälter stellen, den er dann samt Tablett auf der Waage platziert. Er lässt den Fisch berührungslos in den Behälter plumpsen und reicht das Tablett wieder über den Tresen, wo wir unsere Behälter mit dem eigenen Deckel verschließen können. Das Experiment ist soweit erfolgreich, aber: Das Tablett, auf dem unser Behälter stand, muss nun gespült werden (und zwar heiß!).

 

Nächste Schwierigkeitsstufe: Frischkäse. Der tegut-Verkäufer holt ein neues Tablett und wir stellen unseren Behälter darauf. Ihm wird dann klar, dass er den Frischkäse nicht in den Behälter kriegt, ohne den Becher anzufassen. Er holte sich daher einen Plastikhandschuh und einen neuen Spatel für den Frischkäse. Beim Befüllen streift er den Spatel am Becherrand ab (anders geht es auch gar nicht!), so wie wir das bei Oliveto auch machen. Dann reicht er uns das Tablett über den Tresen, wir machten den Deckel auf den Becher und fertig. Fazit: Nach jedem Kunden muss nach Veterinärrecht

  1. ein Tablett heiß gespült werden,
  2. ein Spatel heiß gespült werden,
  3. mindesten ein Plastikhandschuh entsorgt werden.

Glückwunsch an tegut, dass sie es schaffen, mit einer solch zweifelhaften Ökobilanz zu werben! Solche Augenwischerei ist vermutlich großen Firmen vorbehalten - wir als Kleinstbetrieb gehen noch den steinigen Weg, jedem interessierten Kunden die leidige Fragestellung persönlich zu erläutern und uns dafür zu entschuldigen - statt damit zu werben!

 

Abgesehen davon, dass die Ökobilanz vermutlich wenig vorteilhaft ist, stelle man sich vor, wir würden dieses Procedere in den Wochenmarktablauf einbauen und mit jedem Samstagsmarkt 200 bis 500 Tabletts und Spatel extra spülen, 400 bis 1000 Handschuhe entsorgen, alles hin- und hertransportieren… na, Sie können es sich denken und müssten in der Schlange deutlich mehr Geduld aufbringen für all diese extra Handgriffe, die der Umwelt nicht wirklich etwas nützen. Wir empfehlen daher: Bleiben Sie dran und fordern Sie vom Veterinäramt und der Politik praktikable Lösungen für Mitbringverpackungen, die nicht berührungslos befüllt werden können! Wir versuchen das auch. Vielen Dank für Ihr Verständnis und… Augen auf bei Einkauf - bei tegut und anderswo!